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ICT

(Intensivierte konventionelle Insulintherapie)

Vorteile gegenüber der CT (konventionellen Therapie):

Zum einen bietet die ICT gegenüber der CT eine größere Flexibilität. Wer mit einer CT behandelt wird, muss sich an die strengen Vorgaben eines Spritz- und BE-Plans halten. Im Gegensatz dazu bietet die ICT die Möglichkeit, die Insulindosis an die Mahlzeiten und sportliche Aktivitäten anzupassen, sowie zu hohe Blutzuckerwerte schnell zu korrigieren.

Zum anderen wurde erwiesen, dass, wer mit ICT behandelt wird, ein geringeres Risiko für Folgeschäden trägt.
Nach der DCCT-Studie war für die Gruppe der Patienten mit einer ICT war das Risiko im Vergleich zu Patienten mit einer CT:

- für Retinopathien um 76% (Primärprävention) bzw. 54% (Sekündärprävention) reduziert,
- für Mikroalbuminurien um 39% reduziert,
- für Albuminurie um 54% reduziert,
- für Nephropathien um 50% reduziert,
- für Neuropathien um 60% reduziert.

Nachteile gegenüber der CT:

Während bei der CT meist nur 2 tägliche Injektionen notwendig sind, muss bei der ICT wesentlich häufiger gespritzt warden (je nach Spritzschema 4 bis 10 mal).

Vorteile gegenüber der Pumpentherapie (CSII):

Im Gegensatz zur Pumpentherapie muss man kein möglicherweise lästiges Gerät, folglich auch keinen Katheter, mit sich herumtragen, was vielleicht bei manchen Outfits als störend empfunden wird. Sich ab und zu zu Spritzen, ist in diesem Fall einfach unauffälliger.

Es entstehen nicht so leicht Ketoazidosen, da sich durch das langwirksame Insulin immer eine geringe Menge Insulin im Körper befindet (siehe Artikel: Notfall → Ketoazidose).

Nachteile gegenüber der Pumpentherapie (CSII):

Aktivitäten wie z.B. Sport müssen möglichst schon im Voraus geplant werden, da sonst die Gefahr einer Hypoglykämien vorhanden ist. Bei der Pumpentherapie kann spontaner reagiert werden. Auch wenn durch das Basalinsulin der basale Insulinbedarf abgedeckt werden soll, kommt eine Pumpentherapie der gesunden Bauchspeicheldrüsenfunktion am nächsten, da die Insulinempfindlichkeit je nach Tageszeit sehr unterschiedlich ist. Beispielsweise benötigen viele Menschen, besonders junge Menschen, in den frühen Morgenstunden besonders viel Insulin (DAWN-Phänomen), während das Insulin in der Nacht besonders gut wirkt.
Ein Problem ist natürlich auch, wenn man irgendwo hingeht und sein Insulin vergisst mitzunehmen,
eine Insulinlücke entsteht. Dies kann auch passieren, wenn man morgens zu lange schläft, und somit die morgendliche Injektion „verpennt“, da das Basalinsulin regelmäßig, meist zu festen Zeiten, gespritzt werden muss.

Wie funktioniert die ICT?

Die Möglichkeiten, eine ICT zu gestalten, sind sehr variabel.
Je nach Art des Basalinsulins wird es 1 bis 3 mal täglich gespritzt. Langwirksames Analoginsulin wie z.B. Lantus oder Levemir muss meist nur abends, eventuell auch in 2 Injektionen aufgesplittet morgens und abends, gespritzt werden.
Wird NPH-Insulin verwendet, muss es 2 bis 3 mal täglich gespritzt werden.

Hinzu kommt kurzwirksames Insulin. Kurzwirksames Analoginsulin muss zu jeder Mahlzeit gespritzt werden, während mit Normalinsulin eine Zwischenmahlzeit mit abgedeckt werden kann.

Somit kommt man je nach Spritzschema und Essgewohnheiten auf 4 bis 10 tägliche Injektionen.

Heutzutage haben die meisten Diabetiker einen Insulin-Pen bei sich. Er ähnelt einem Kugelschreiber und ist daher sehr unauffällig. Insulin für den Pen gibt es in vorgefertigten Ampullen, die nur noch in den Pen eingelegt werden müssen. Ein Nachteil an Insulin-Pens ist allerdings, dass man, wenn man mehrere Insuline zur gleichen Zeit spritzen muss, sie auch mit 2 verschiedenen Pens zuführen muss, folglich zwei Piekse notwendig sind. Dieses Problem hat man bei den herkömmlichen Einmalspritzen nicht, doch Vorsicht, nicht alle Insuline dürfen miteinander gemischt werden!

Quelle : - Kinder und Jugendliche mit Diabetes; Autoren: Hürter & Lange
- diabetes-world.net
- Katharina Lüftner, Diabetes-Teens.net
- Bilder by Florian Müller
- Katarina Braune, cand. med.