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Zur besseren Unterscheidung wird der Diabetes in verschiedene Typen unterteilt. Eine Unterscheidung ist die der WHO (World Health Organization, Weltgesundheitsorganisation). Hierbei wird der Diabetes nach dem sogenannten klinischen Schweregrad eingeteilt und gliedert sich folgendermaßen:

WHO Einteilung, 2000:

IGT : (impaired glucose tolerance) = gestörte Glucosetoleranz
NIR : (non-insulin-requiring) Es ist keine Behandlung mit Insulin notwendig ( Typ 2 Diabetes)
IRC : (insulin requiring for control) Neben dem körpereigenen Insulin wird zusätzlich zu den oralen Antidiabetika externes Insulin benötigt, um erhöhte Blutzuckerwerte zu senken (Typ 2 Diabetes)
IRS : (insulin requiring for survival) Externe Insulinzufuhr ist zum Überleben notwendig. Dabei handelt es sich nach der alten Einteilung um Typ-1-Diabetes und um Typ-2-Diabetes mit stark reduzierter oder nicht mehr vorhandener eigener Insulinproduktion.

In der heute angewandten Klassifikation der WHO und ADA (American Diabetes Association) erfolgt die Unterteilung anhand der Ätiologie, also dem ursächlichen Verlauf der Erkrankung:

WHO-ADA-Kassifikation:

Typ 1-Diabetes:

• 1A: Immunologisch – hier zerstört das fehlgeleitete körpereigene Immunsystem die Insulinproduzierenden ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse.

Eine Sonderform dieses Typs ist der sogenannte LADA (latent autoimmune diabetes (with onset) in adults) – hier wird der Typ 1 Diabetes erst im Erwachsenenalter (25.-40. Lebensjahr) ausgebildet, die Zerstörung der ß-Zellen schreitet relativ langsam voran.

• 1B: Idiopathisch – das heißt die Ursache ist unklar.

Typ 2-Diabetes:

Insulinresistenz bis hin zu Störungen der Insulinausschüttung.

3. Andere Diabetesformen (siehe Liste unten)

Typ 4-Diabetes: Gestationsdiabetes – auch Schwangerschaftsdiabetes genannt. Kommt bei 3% aller Schwangeren vor.

Andere spezifische Diabetestypen

3A: Genetische Defekte der B-Zellfunktion
Auch MODY (maturity-onset Diabetes of the Young) genannt. Die Feststellung erfolgt vor dem 25. Lebensjahr
• Chromosom 20, HNF4α (MODY1)
• Chromosom 7, Glukokinase (MODY2)
• Chromosom 12, HNF1α (MODY3)
• Chromoson 13, IPF-1/PDX-1 (MODY4)
• Chromosom 17, HNF-1beta (MODY5)
• Chromosom 2, NeuroD1 (MODY6)

3B: Genetische Defekte der Insulinwirkung
• Insulinresistenz Typ-A
• Leprechaunismus
• Rabson-Mendenhall-Syndrom
• Lipatrophischer Diabetes
• Andere

3C: Erkrankungen des exokrinen Pankreas
• Trauma, Pankreatektomie
• (chronische) Pankreatitis
• Fibrosierend verkalkende Pankreatitis
• Neoplasma
• Hämochromatose
• Zystische Fibrose
• Andere

3D: Endokrinopathien
• Akromegalie
• Cushing-Syndrom
• Phäochromozytom
• Hyperthyreose
• Somatotatinom
• Glucagonom
• Aldosteronom
• Andere

3E: Medikamentös induziert:
• Glukokortikoide
• Schilddrüsenhormone
• Diazoxid
• Betaadrenergika
• Thiazide
• Andere

3F: Infektionen
• Kongenitale Röteln
• Zytomegalie Virus
• Andere

3G: Seltene, immunologische bedingte Formen
• Anti-Insulin-Rezeptor-Antikörper
• Insulin autoimmun Syndrom
• Stiff-man-Syndrom
• Andere

3H: genetische Syndrome, die gelegnetlich mit Diabetes vergesellschaftet sind:
• Down-Syndrom
• Klinefelter-Syndrom
• Ullrich-Turner-Syndrom
• Andere

Quelle: Report of a WHO consultation, Part 1: Diagnosis and classification of diabetes mellitus, Geneva, 59p, WHO/NCD/NCS/99.2
Gerd Herold und Mitarbeiter, Innere Medizin, 2010, S.685-686